Hundgestützte Förderung


Allgemeiner Überblick über die Arbeit mit  speziell ausgebildeten Hunden:


Die Arbeit mit dem Hund ermöglicht eine Verbesserung der Atmosphäre, des Sozialverhaltens und hat eine beruhigende sowie stimulierende Wirkung auf förderbedürftige Menschen.
Die Begleitperson erarbeit mit dem Hund ein pädagogisches Grundkonzept, welches darauf abzielt förderbedürftigen Menschen durch die Begegnung mit dem Tier auf eine Weise zu helfen, die ihm ein Mensch nicht geben könnte.

Hunde und ihre positive Auswirkungen auf den Menschen

In Einrichtungen kann der Hund in den Bereichen der

  • Aufmerksamkeit
  • Wahrnehmung
  • Denkfähigkeit
  • Selbstwertgefühls
  • Sozialisierung
  • und der Selbstständigkeit

eine positive Entwicklung der Menschen erreichen, die ihm "begegnen".


"Untersuchungen haben ergeben, dass das Zusammenleben mit Tieren nicht nur die Fähigkeit zur Kommunikation verbessert, sondern auch die Entwicklung von Empathie, Toleranz, Rücksichtnahme, Kontakt- und Konfliktfähigkeit sowie die Frustrationstoleranz fördert" (vgl. Beetz et al.  2011). "Tiere regen nachweislich die emotionale und soziale Intelligenz an. Besonders Hunde – als Meister der Anpassung – erleichtern die Kontaktaufnahme. Sie achten nicht auf Äußerlichkeiten und reagieren nur auf echte Gefühle.

Der Einsatz eines Hundes fördert die Grundbausteine einer guten Beziehung. Diese bestehen laut Bauer (2008) darin, sich aufeinander einzulassen, gemeinsam Handlungen zu planen und umzusetzen, in Kooperation miteinander zu treten und Verantwortung wahrzunehmen. Besonders behinderte Menschen benötigen neben handlungsorientierten Lernsituationen eine sehr persönliche Zuwendung, um sich positiv zu entwickeln."


Bei der Hundegestützten Förderung geht es nicht nur um den richtigen Umgang mit dem Hund, sondern

  • die Hunde nehmen die Menschen so an wie sie sind.
  • der Umgang mit den Hunden offenbart schnell Stärken und Schwächen.
  • die Hunde spiegeln deutlich die Stimmung wieder.
  • über den Umgang mit den Hunden kann das Selbstbewusstsein aufgebaut werden.
  • Empathie und Sozialverhalten können trainiert werden.
  • Soziale Handlungsstrategien können entwickelt und erlernt werden.
  • das soziale Bewusstsein sowie das Verantwortungsbewusstsein werden geschult.
  • die Anwesenheit der Hunde ermöglicht eine entspannte und motivierte Fördersituation.


Einsatzmöglichkeiten des Hundes

Es gibt viele Einsatzmöglichkeiten eines Hundes.

Besuchshund: es darf gekuschelt und gestreichelt werden

Begleithund: Er ist Freund und geht mit dir wohin du willst.

Spielgefährte: Er spielt und hört auf dich. Struktur und Lernen über Spiel und Spaß.

Suchhund: Er erschnüffelt Spuren und bringt dich auf den rechten Weg.

Motivationshund: Er stärkt dich und hift dir zu entscheiden.

Sprachhund: Er spricht dir aus der Seele.

Hospitzshund: Er ist bei dir in den letzten Stunden.

 


Bedingungen für die Hundgestützte Förderung

Folgende Bedingungen sind für den Einsatz der Hunde in der Einrichtung notwendig:

  • Zustimmung der Leitung
  • Akzeptanz des Kollegen
  • Klärung allergischer Reaktionen und Ängste
  • Information der Sorgeberechtigten
  • Erstellung eines Hygieneplans
  • Information und Zustimmung der Haftpflichtversicherung
  • Eine auf den Einsatzort angepasste anerkannte Ausbildung

 


Die Ausbildung von Milow


Milow ist seit seiner 10. Lebenswoche in einer Hundeschule gewesen.

Von Beginn seines Lebens ist er in der Gegenwart von Kindern aufgewachsen.

Mit 6 Monaten haben wir bereits an einem Social-Dogs-Beginners-Kurs teilgenommen.

Dort bekamen wir die Empfehlung an der Therapiehundeausbildung teilzunehmen.

In Absprache mit der Ausbilderin Frau Holtstiege findet die Ausbildung zum Therapiehund bereits im September 2014 statt. Seit dem 30.05.2015 sind Milow und ich ein zertifiziertes Therapiehundteam mit dem Schwerpunkt "Tiergestützte Pädagogik).


Wesensmerkmale und Voraussetzungen von Milow:


  • er ist freundlich und nimmt gern Kontakt zu Menschen auf,
  • lässt sich gern anfassen,
  • besitzt die Fähigkeit Streit nicht zu zu schlichten sondern ihn zu vermeiden,
  • ist wenig stressanfällig
  • verfügt über einen sehr guten Grundgehorsam,
  • ist nicht bellfreudig,
  • verfügt über ein niedriges Aktivitätsniveau, lässt sich jedoch bei Kontakt aktivieren,
  • kann apportieren,
  • zeigt keinerlei Beißansätze,
  • ist wenig geräuschanfällig.

Milow lebt in einem freistehenden Haus mit Garten und ist mit Kleinkindern aufgewachsen.

Die hohe Belastung der Hunde, die durch die Arbeit mit Menschen entsteht, muss immer beachtet werden. Deshalb ist es sehr wichtig, die Zeichen und Signale des Hundes gut zu kennen und zu deuten, um eine mögliche Überforderung des Hundes zu vermeiden.

Regelmäßige Gesundheitschecks werden von den Tierärzten durchgeführt und dokumentiert. Zusätzlich wird Milow zur Prävention von Krankheiten alle drei Monate entwurmt. Dies wird ebenfalls dokumentiert. 


Hygieneplan


Hygiene und Arbeitsbedingungen

Therapiehunde müssen nachweislich frei von Parasiten sein. Eine vierteljährliche Entwurmung ist zwingend. Die maximale Arbeitsauslastung eines Therapiehundes beträgt pro Tag maximal 45 Minuten in einzeltherapeutischen Sitzungen und nicht öfter als dreimal in einer Woche. Werden mehrere Hunde eines Rudels bzw. andere Tiere gleichzeitig eingesetzt, und können sich die Hunde zwischenzeitlich zurückziehen, kann die Arbeitszeit bis zwei Stunden pro Tag betragen. Therapiehunde dürfen nicht als "Einrichtungshund" dauerhaft am Arbeitsort (Klinik, Praxis, Altenheim etc.) verbleiben. Insgesamt wird die Einsatzzeit der Hunde maßgeblich durch die Bedingungen, unter denen sie arbeiten (Raumgröße, Anzahl der Personen, medizinische Apparaturen, Gerüche, Temperatur etc.) sowie die Klientel, mit der sie arbeiten (Senioren, Kinder, Menschen mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung, Komapatienten etc.), bestimmt.

Therapiehunde, die medizinische Einrichtungen besuchen, haben im Vergleich zur restlichen Hundepopulation ein erhöhtes Risiko, Träger von Erregern nosokomialer Infektionen zu sein, also von Infektionen die vor allem in Krankenhäusern vorkommen. In einer Studie war die Trägerfrequenz unter solchen Hunden gegenüber der Kontrollgruppe für MRSA um das 4.7-fache und für Clostridium difficile um das 2.4-fache erhöht.

Zitat Wikipedia

 

Hygieneplan für den Einsatz von Milow

1. Einleitung

Der Hund Milow wird zur Tiergestützten, therapeutischen Förderung an der Einrichtung eingesetzt, um die Arbeit der Betreuer oder Erzieher u. a. in den Bereichen Emotionalität und Sozialverhalten, Lernverhalten, Sprache und Kommunikation zu unterstützen.

Der Hygieneplan hat das Ziel, eine mögliche Infektionsübertragung vom Hund auf den Menschen und umgekehrt zu minimieren!


2. Ansprechpartner

Silke Kappenberg, Telefon: 02267-8886200


3. Rechtsgrundlagen

Nach
§ 36 Infektionsschutzgesetz (IfSG) und nach
 §17 des Gesetzes über den öffentlichen Gesundheitsdienst
 (ÖGDG) sind Alten- und Pflegeheime verpflichtet,
  in Hygieneplänen innerbetriebliche Verfahrensweisen zur
  Einhaltung der Infektionshygienefestzulegen.


4. Dokumentation zum Tier

Der Hund Milow wurde als therapeutischer Mitarbeiter ausgewählt.

Er ist äußerst ruhig und aggressionslos. Bei Bedrängnis sie zieht sich zurück.

Silke Kappenberg hat die Therapiehunde- Ausbildung mit Milow in Nottuln bei SocialDogs absolviert. Diese Ausbildung wurde im Mai 2015 mit einer praktischen und theoretischen Prüfung erfolgreich abgeschlossen. Milow hat bereits mit 6 Monaten an einem SocialDogs- Beginners- Seminar teilgenommen. Hier wurde geprüft ob er als Therapiehund eingesetzt werden kann. Alle dort erfolgten Test hat er erfolgreich bestanden. Milow ist seit ca. November 2014 Auszubildender in einer Senioreneinrichtung.

Alle Klienten werden eingewiesen, adäquat auf den Hund zuzugehen und seine Körpersprache richtig zu deuten!

Folgende Unterlagen von Milow sind stets einzusehen:

         Tierärztliches Gesundheitsatest

      Impfausweis

         Entwurmungsprotokoll

         Versicherungsnachweis

         Belege in Form von Rechnungen der besuchten Seminare und Kurse der Hundeschule


5. Zugangsbeschränkung

Der Hund erhält keinen Zugang zur Küchenbereich und Wäscherei, sowie zu Räumlichkeiten mit allergieerkrankten Personen.


6. Anforderungen an die Tierpflege

Der Hund ist privat bei mir zu Hause untergebracht.


7. Reinigung und Desinfektion

Die Anwesenheit des Hundes führt zu keiner Änderung des üblichen Reinigungs- und Desinfektionszyklus.

Es ist aber verstärkt darauf zu achten, dass die Hände regelmäßig vor der Einnahme von Nahrung gründlich mit Reinigungsmitteln gesäubert werden.

 

 


Gesundheitsattest


Name des Hundes:            Milow
Geburtsdatum:                  07.01.2013
Geschlecht:                        männlich, intakt        
Rasse:                                Australien Shepert
Besitzer:                            Silke Kappenberg
Adresse:                            Wipperhof 8, 51688 Wipperfürth
Der oben bezeichnete Hund befindet sich in einem guten Gesundheitszustand und hat alle vorgeschriebenen Impfungen (siehe Eintrag im Impfpass) erhalten.
Das Tier wird durch geeignete Prophylaxe frei von Endo- und Ektoparasiten gehalten.
Außerdem sind bei der tierärztlichen Untersuchung keine auf den Menschen übertragbare Krankheiten festzustellen.

 


                                                                            Dies wird jährlich vom Tierarzt die Gesundheit atestiert
Ort, Datum                                                          Unterschrift des Tierarztes, Stempel

 

 

 


Wirkungsweisen im Beispiel


Hunde wirken Blutdruck senkend und Stress abbauend, eine Wirkungsweise, die von den Psychologen Katcher und Beck evaluiert wurde. Die Probanden sollten Texte vorlesen. Sie durften nicht mit dem Hund interagieren. Die Vergleichsgruppe mit Hund hatte eine niedrigere Pulsfrequenz und einen niedrigeren Blutdruck, als die Gruppe, die ohne Hund vorlas. Ebenso verbesserten sich die Vorleseleistungen durch die pure Anwesenheit des Hundes.